Das Problem: Monatliche Warteschlangen für ein Stück Papier
Wer Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder Diabetesmedikamente nimmt, kennt das Ritual: jeden Monat oder alle zwei Monate zum Arzt, nur um das Rezept zu erneuern. Keine neue Untersuchung, kein echtes Gespräch — nur die Unterschrift auf dem Rezeptblock.
Die Neuerung: Das Jahresrezept
Ab 2025 können Allgemeinärzte und Fachärzte für stabile chronische Patienten Rezepte ausstellen, die bis zu 12 Monatsdosen abdecken. Konkret bedeutet das, dass der Patient einmal pro Jahr (statt 12 Mal) zum Arzt geht und die notwendigen Medikamente für das ganze Jahr erhält.
Die Entscheidung liegt beim Arzt: Nicht alle Patienten und nicht alle Medikamente kommen für das Jahresrezept in Frage. Der Arzt bewertet die Stabilität des Krankheitsbildes.
Welche Erkrankungen kommen in Frage?
- Bluthochdruck (bei stabiler Einstellung)
- Typ-2-Diabetes (bei stabiler Einstellung)
- Hoher Cholesterin
- Schilddrüsenerkrankungen
- Andere stabile chronische Erkrankungen
Was ändert sich in der Praxis?
Der Patient muss weniger oft in die Praxis, hat aber dennoch die Pflicht zu den vorgesehenen Kontrolluntersuchungen. Das Jahresrezept ersetzt nicht die klinische Kontrolle — es ersetzt nur die reine Rezepterneuerung.